Heiter bis stürmisch

Mit dem Moment ihres Auftretens zogen Adam Mac Thomas und Jan Burdinski das Publikum in ihren Bann. Sie spannten einen weiten Bogen mit Songs, Gedichten Chansons und vor allem kabarettistischen Einlagen und zeigten eine fulminante Präsenz auf der Bühne. Das Programm umfasste sowohl eigene Texte als auch „Klassiker“ von Tucholsky und Kästner.

Als erstaunlich variantenreich und lebendig erwies sich das Klavierspiel von Adam Mac Thomas, der als Komponist, Querflötist, Pianist, aber auch als leidenschaftlicher Dudelsackspieler über eine unglaubliche Bandbreite verfügt und große Virtuosität an den Tag zu legen weiß. Dadurch kommt das Spiel Burdinskis nur umso deutlicher zum Ausdruck. Er glänzt durch seine Rezitationskunst und durch sein schauspielerisches Genie, wirkt unheimlich wach und klar, ist in jedem Moment zu mehr als 100% auf dem Posten. Beeindruckend wirkt neben der Virtuosität der beiden Akteure aber auch ihre Launigkeit, ihr Witz, ihre Spontanität. Sie wirken in jedem Moment ihres Auftrittes konzentriert und gleichzeitig locker genug um völlig unverkrampft zu agieren. Da reicht es dann auch schon zur Verzauberung des Publikums, wenn Burdinski zur Unterstützung seines Schauspieles einfachste Requisiten wie einen Helm aus Pappe und ein Holzschwert verwendet. Man merkt, hier stehen zwei Männer von hoher Könnerschaft, die aber nicht einfach ein Programm abspulen, gleich einer professionellen Show oder ähnlichem. Sie geben ihr Herzblut und sind – wie Kinder – begeistert von ihrem Tun, vor allem dann wenn das Publikum sich begeistert zeigt.

Spontan greift Jan Burdinski im zweiten Teil des Abends auf den Text eines Kindes zurück, ein Gedicht, das am Tag zuvor in der Schule Buttenheim entstanden ist, bzw. ihm von einer Schülerin übergeben wurde und rezitiert es. Und auch hier kommt eine unglaubliche Wertschätzung dem Wort und der Kraft der Poesie gegenüber zum Tragen, die beim Publikum zu einem Erlebnis wird. Der Rezitator erweist sich als Pädagoge, nimmt die kindliche Stimme auf und demonstriert dem Publikum den ganzen Reichtum an Bild- und Vorstellungskraft des Kindes.

Viel zu schnell – denn man will mehr, man will länger – endet der schöne, bisweilen stürmische, zum Teil auch durchaus nachdenkliche, immer aber kurzweilige Abend. Der Reigen schließt sich und es bleibt die Hoffnung auf Wiederholung.

 

P. Svoboda

 

 

 

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