„Der typische Franke mitten unter uns“

 

Kabarett-Barde Wolfgang Buck strapazierte die Lachmuskeln

 

Den Protestanten ließ er nur mit Augenzwingern raus, doch von gekonnten Saitenklängen begleitet konnte er schon ordentlich ablästern! Der evangelische Pfarrer auf kabarettistischen Abwegen zog in Buttenheim alle Register seines Könnens und damit das Publikum voll in seinen Bann.

 

In der Aula der Schule trug er mit der Gitarre in der Hand solistisch seine besten Songs und Sprüchla vor. Im Mittelpunkt des Auftritts stand die Beschreibung des typischen Franken, der sich fragt: „Wu is mei Heimat?“. In diesem Falle war’s Buttenheim, wo der benachbarte Baumarkt für so manchem Baustelle häufig aufgesucht wird. Doch „Hammerned an Hammer, so hammer a kann Gips!“. So ist er eben, der Franke und „au dera Welt gibt’s hier genausuviel Debbm wie anderso“. Mit liebevoll kritischer Selbstironie und hohem Identifikationsfaktor schaute Buck mit der Klampfe in der Hand dem Volk auf’s fränkische Maul – unerschrocken direkt, ohne Blatt vor dem Mund und dabei noch erfrischend witzig „Lieber Gott, du bist wieder in!“ – Ja, „Religion sells“ zwischen Fiktion und Realität mit einem Spritz Esoterik.

 

Über zwei Stunden bot der engagierte Kabarett-Barde beste Unterhaltung voller Dynamik mit Tiefgang. Doch wo der Stachel saß, wurde er sogleich mit viel Humor wieder gezogen. Hemdsärmlig und redselig gab der Erlauer seine Kalauer bei gut ausgesteuertem Sound zum Besten. Nicht nur mit deinen berühmten Tipps zum Entsorgen übergroßer Zucchini brachte er die Buttenheimer zum Lachen und Nachdenken.

 

Der „Flusszigeiner“ holt sein Bier nach wie vor aus einer unserer Brauereien und nicht aus dem Shannon River. Doch fordert er dazu vehement: „Du dusd etz di Hulzkulln huln!“. Bei alledem hat er nix am Hut mit einem gscharriblöden Gaudiburschentum, sondern ist und bleibt ein bodenständig bekennender Franke mitten unter uns Und überhaupt: „Franken ist groß und Wolfgang Buck sein Prophet!“ (AZ)

 

Text: Helmut Ölschlegel